Presseartikel zu Verunreinigungen im Trinkwasser

Reagenzgläser in einem Labor, gefüllt mit bunten Flüssigkeiten, stehen auf einem klaren Tablett.

PFAS

PFAS – per- und polyfluorierte Alkylsubstanzen – gehören zu den am intensivsten diskutierten Stoffgruppen im Zusammenhang mit Wasserqualität. In den letzten Jahren hat sich ihre Bedeutung stark verändert: Was lange Zeit als technischer Fortschritt galt, wird heute zunehmend als Umwelt- und Gesundheitsproblem erkannt.

PFAS werden aufgrund ihrer besonderen Eigenschaften seit Jahrzehnten industriell eingesetzt. Sie sind wasser-, fett- und schmutzabweisend, extrem stabil und vielseitig einsetzbar. Genau diese Stabilität ist jedoch der entscheidende Faktor, der sie problematisch macht.

Denn anders als viele andere Schadstoffe bauen sich PFAS in der Umwelt kaum oder gar nicht ab. Einmal freigesetzt, verbleiben sie über Jahre, Jahrzehnte oder sogar länger im Boden, im Wasser und letztlich auch im menschlichen Körper.

Besonders kritisch ist dabei, dass PFAS:

  • unsichtbar und nicht wahrnehmbar sind

  • weltweit verbreitet vorkommen

  • und sich zunehmend im Wasserkreislauf nachweisen lassen

Messungen zeigen, dass PFAS mittlerweile in vielen Regionen Europas im Grundwasser und teilweise auch im Trinkwasser nachweisbar sind. Dabei handelt es sich nicht um punktuelle Einträge, sondern um ein strukturelles, globales Thema.

Genau deshalb werden PFAS heute häufig auch als
„Ewigkeitschemikalien“ (Forever Chemicals) bezeichnet

Die zentrale Herausforderung liegt darin, dass diese Stoffe:

  • kaum abgebaut werden

  • sich anreichern können

  • und langfristige Auswirkungen noch nicht vollständig abschließend bewertet sind

Damit verschiebt sich die Perspektive:
Es geht nicht mehr nur um einzelne Belastungen, sondern um die Frage, wie dauerhaft solche Stoffe im System verbleiben – und was das langfristig bedeutet.

Pestizide

Pestizide gehören zu den am häufigsten diskutierten Stoffgruppen im Zusammenhang mit Trinkwasserqualität. Sie werden in der Landwirtschaft, im Gartenbau und teilweise auch im privaten Bereich eingesetzt, um Schädlinge, Pilze oder unerwünschte Pflanzen zu kontrollieren. Gerade weil diese Stoffe gezielt biologisch wirksam sind, ist ihre Präsenz im Wasserkreislauf besonders relevant. Sie sind für Verbraucher in der Regel weder sichtbar noch geschmacklich wahrnehmbar und können dennoch über längere Zeiträume im Boden, im Grundwasser und damit indirekt auch im Trinkwasser verbleiben.

Besonders kritisch ist dabei nicht nur der einzelne Stoff, sondern auch die Tatsache, dass Pestizide häufig nicht isoliert vorkommen. In der Umwelt treffen verschiedene Wirkstoffe, Abbauprodukte und Mischungen aufeinander, deren kombinierte Wirkung wissenschaftlich zunehmend untersucht wird. Nicht allein die Frage, ob Rückstände vorhanden sind, ist entscheidend, sondern wie hoch die Belastung ist, welche Stoffe beteiligt sind und in welcher Form sie im Wasserkreislauf auftreten.

Nitrat

Nitrat und Nitrit sind Stickstoffverbindungen, die natürlicherweise im Umweltkreislauf vorkommen, zugleich aber durch menschliche Aktivitäten in deutlich höheren Mengen in Grund- und Trinkwasser gelangen können. Fachlich besonders relevant ist dabei, dass Nitrat im Körper zu Nitrit umgewandelt werden kann und Nitrit den Sauerstofftransport im Blut beeinträchtigt. Die WHO und die NCBI-Toxikologie beschreiben Methämoglobinämie als den zentralen gesundheitlichen Effekt; Säuglinge gelten dabei als besonders empfindliche Bevölkerungsgruppe.

Die Bewertung von Nitrat und Nitrit im Trinkwasser basiert auf klar definierten Grenzwerten und wissenschaftlichen Erkenntnissen. Dennoch zeigt sich, dass die Belastung regional stark variieren kann, da sie unmittelbar von Faktoren wie landwirtschaftlicher Nutzung, Bodenbeschaffenheit und Wasserversorgung abhängt.

Diese Seite gibt einen Überblick über Herkunft, Eintragswege und Bedeutung von Nitrat und Nitrit im Trinkwasser und ordnet die Thematik auf Grundlage aktueller wissenschaftlicher Erkenntnisse ein.

Medikamentenrückstände

Medikamentenrückstände im Trinkwasser sind ein klassisches Beispiel für eine moderne, oft unterschätzte Umweltbelastung. Im Gegensatz zu vielen bekannten Schadstoffen entstehen sie nicht punktuell durch Industrie oder einzelne Ereignisse, sondern kontinuierlich – als direkte Folge unseres Alltags und unseres Gesundheitssystems.

Jeden Tag werden Medikamente in großen Mengen eingenommen: Schmerzmittel, Antibiotika, Hormone, Blutdrucksenker oder Psychopharmaka. Ein erheblicher Teil dieser Wirkstoffe wird im Körper jedoch nicht vollständig abgebaut. Stattdessen werden sie über Urin und Fäkalien wieder ausgeschieden und gelangen so in das Abwassersystem.

Was dabei häufig unterschätzt wird:
Diese Stoffe sind nicht neutral – sie sind gezielt dafür entwickelt, im menschlichen Körper biologische Prozesse zu beeinflussen.

Genau diese Eigenschaft bleibt bestehen, auch wenn sie in die Umwelt gelangen.

Besonders kritisch ist dabei die Kombination mehrerer Faktoren:

  • kontinuierlicher Eintrag in den Wasserkreislauf

  • fehlende vollständige Entfernung in Kläranlagen

  • hohe biologische Wirksamkeit bereits in niedrigen Konzentrationen

Dadurch entsteht eine Situation, in der Medikamentenrückstände heute in vielen Gewässern nachweisbar sind – und zunehmend auch im Kontext der Trinkwasserbewertung eine Rolle spielen.