Trinkwasserarten

Wasser ist nicht gleich Wasser. Je nach Herkunft, Aufbereitung und Zusammensetzung unterscheiden sich Trinkwasserarten teils erheblich in ihren Eigenschaften und ihrer Qualität. Was auf den ersten Blick gleich erscheint, kann sich bei genauerer Betrachtung deutlich unterscheiden – sowohl in der Zusammensetzung als auch in der Wirkung.

Hand, die Wasser in ein gläsernes Trinkgefäß unter einem Wasserhahn im Küchenwaschbecken füllt.

Leitungswasser

Leitungswasser ist die am häufigsten genutzte Trinkwasserquelle in Deutschland. Es stammt überwiegend aus Grundwasser, teilweise aber auch aus Oberflächenwasser wie Seen oder Flüssen. In Wasserwerken wird es aufbereitet und unterliegt strengen gesetzlichen Kontrollen.

Dennoch ist entscheidend zu verstehen, dass die Qualität des Wassers nicht ausschließlich im Wasserwerk bestimmt wird. Auf dem Weg zum Verbraucher kann sie sich verändern – beispielsweise durch alte Rohrleitungen, Ablagerungen oder Standzeiten im Leitungssystem.

Die Qualität am Wasserwerk ist daher nicht automatisch identisch mit der Qualität am Wasserhahn.

Eine Flasche mit Wasser auf einer runden Holzscheibe, auf einem Stofftuch, neben einer Weidenkörbchen mit getrockneten Pflanzen, und am unteren rechten Bildrand Getreideähren.

Mineralwasser

Mineralwasser stammt aus unterirdischen, geschützten Quellen und wird direkt am Ursprungsort abgefüllt. Es muss von Natur aus rein sein und darf nur begrenzt behandelt werden.

Ein wesentliches Merkmal von Mineralwasser ist sein Gehalt an Mineralstoffen. Dieser kann je nach Quelle stark variieren, wodurch sich deutliche Unterschiede in Geschmack und Zusammensetzung ergeben.

Mineralwasser ist daher kein einheitliches Produkt, sondern immer abhängig von seiner Quelle.

Kleiner Wasserfall, Wasser fließt über Steine, grüne Pflanzen links

Quellwasser

Quellwasser hat ebenfalls eine natürliche Herkunft und stammt aus unterirdischen Wasservorkommen. Im Vergleich zu Mineralwasser unterliegt es jedoch weniger strengen gesetzlichen Anforderungen.

Das bedeutet, dass die Zusammensetzung und Qualität stärker schwanken können. Während es ebenfalls als natürlich gilt, ist es in seiner Beschaffenheit weniger klar definiert.

Zwei Glasflaschen, eine leere und eine gefüllte, auf einem Tablett neben einem Glas Wasser und einem Buch.

Tafelwasser

Tafelwasser ist kein natürlich gewonnenes Wasser, sondern ein industriell hergestelltes Produkt. Es wird aus verschiedenen Wasserarten zusammengestellt und kann mit Mineralstoffen angereichert werden.

Häufig wird es in der Gastronomie verwendet. Im Gegensatz zu Mineral- oder Quellwasser besitzt es keine ursprüngliche Quelle, sondern ist das Ergebnis eines technischen Herstellungsprozesses.

Tafelwasser ist daher eher ein standardisiertes Produkt als ein naturbelassenes Wasser.

Eine Flasche Wasser wird in ein Glas auf einem Holz Tisch gegossen.

Osmosewasser (gefiltertes Wasser)

Osmosewasser entsteht durch technische Aufbereitung, meist durch sogenannte Umkehrosmose-Anlagen. Dabei werden nahezu alle gelösten Stoffe aus dem Wasser entfernt.

Das Ergebnis ist ein Wasser mit sehr niedrigem Leitwert und hoher Reinheit. Es unterscheidet sich damit deutlich von natürlichem Wasser, da es kaum noch gelöste Bestandteile enthält.

Osmosewasser wird häufig im Zusammenhang mit gezielter Wasseroptimierung eingesetzt.

Laborgerät mit Glasröhren und Leitungen, Wasserfilter oder chemische Apparatur, auf einer Küchenarbeitsplatte im Labor.

Destilliertes Wasser

Destilliertes Wasser wird durch Verdampfung und anschließende Kondensation gewonnen. Dabei werden nahezu alle Mineralstoffe und Fremdstoffe entfernt.

Es handelt sich um eine sehr reine Form von Wasser, die hauptsächlich in technischen und medizinischen Bereichen eingesetzt wird. Für den alltäglichen Konsum spielt es eine untergeordnete Rolle.

Nahaufnahme eines Wasserbrunnens im Pool mit Wasser, das spritzt und in die Luft wirft.

Heilwasser

Heilwasser nimmt eine Sonderstellung ein. Es zählt rechtlich nicht zu den Lebensmitteln, sondern zu den Arzneimitteln. Seine Zusammensetzung ist genau definiert und seine gesundheitliche Wirkung muss wissenschaftlich nachgewiesen werden.

Es wird gezielt zur Unterstützung bestimmter körperlicher Funktionen eingesetzt und meist kurweise angewendet.